Innovation, die Zukunft möglich macht
Mit der Erfindung von PLEXIGLAS® schrieb Röhm Chemiegeschichte. Der glasklare Kunststoff PMMA (Polymethylmethacrylat) wurde zum Meilenstein und ist aus vielen Bereichen unseres Alltags nicht wegzudenken – von Autorückleuchten, Flachbildfernsehern und Straßenbeleuchtungen. Auch heute braucht Deutschland die Innovationskraft der Chemie- und Kunststoffindustrie mehr denn je.
Auf der Innovationskonferenz von Plastics Europe am 11. September in Berlin zeigt Röhm gemeinsam mit weiteren Unternehmen, wie die Branche zentrale Zukunftsfelder der Hightech Agenda Deutschland voranbringt.
Von der Rückleuchte zur Rückleuchte:
Wie Kunststoffe im Kreislauf bleiben
Ein Auto ist weit mehr als ein Fortbewegungsmittel. Oft ist es über viele Jahre ein treuer Begleiter im Alltag, bringt uns sicher zur Arbeit und die ganze Familie in den Urlaub. Es begleitet uns durch unzählige Lebensmomente. Doch was geschieht mit dem Auto, wenn seine letzte Fahrt zu Ende ist? Langlebige Bauteile wie Rückleuchtenabdeckungen aus PMMA (Polymethylmethacrylat) sind zu wertvoll, um einfach entsorgt zu werden. Wie daraus wieder hochwertiger Rohstoff für neue Fahrzeugkomponenten entsteht und geschlossene Kreisläufe den Automobilstandort Europa stärken können, zeigt Röhm auf der Innovationskonferenz von Plastics Europe Deutschland am 11. September in Berlin.
Als Europas einziger Hersteller des PMMA-Grundstoffs MMA (Methylmethacrylat) und Produzent der unter der Marke PLEXIGLAS® vertriebenen PMMA-Formmassen setzt sich Röhm dafür ein, den Werkstoff dauerhaft im Kreislauf zu führen.
Die Rückleuchte steht dabei beispielhaft für viele Anwendungen des vielseitigen Kunststoffs PMMA, der in seiner Ausgangsform transparent, farblos, langlebig und besonders witterungsbeständig ist. Gleichzeitig bietet das Material große Designfreiheit, lässt sich hervorragend verarbeiten und überzeugt durch sein geringes Gewicht sowie seine exzellenten lichttechnischen Eigenschaften. Deshalb ist PMMA in vielen Branchen etabliert, von der Automobil- und Leuchtenindustrie über die Elektronik bis hin zu Haushaltsgeräten. Überall dort leistet es einen wichtigen Beitrag, Innovationen mitzugestalten.
Damit solche Anwendungen auch künftig ressourcenschonend und wirtschaftlich realisiert werden können, müssen hochwertige Materialien im Kreislauf geführt werden. „Entscheidend ist nicht allein, dass ein Material recycelt wird. Es muss anschließend auch wieder die Anforderungen anspruchsvoller Anwendungen erfüllen“, sagt Lukas Dössel, Leiter Circular Economy bei Röhm. „Nur wenn Rezyklate Neuwarequalität erreichen, können geschlossene Materialkreisläufe ihr volles Potenzial für Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt entfalten.“
Röhm hat deshalb eine europaweite Recycling-Allianz für PMMA initiiert. Die Industriepartner bündeln ihre Kompetenzen entlang des gesamten Kreislaufs, von der Erfassung und Aufbereitung geeigneter Materialströme über das chemische Recycling bis zur Gewährleistung höchster Produktreinheit. Ihr gemeinsames Ziel: Aus hochwertigen PMMA-Produkten von heute sollen wertvolle Rohstoffe für die Anwendungen von morgen werden.
Vom alten Produkt zum neuen Rohstoff
Beim chemischen Recycling wird PMMA selektiv und mit hohen Ausbeuten in sein Vorprodukt Methylmethacrylat, kurz MMA, zurückgeführt. Mithilfe eines von Röhm entwickelten Verfahrens wird es anschließend aufgereinigt und kann in nur einem Schritt wieder zu PMMA in Neuwarequalität verarbeitet werden. So bleiben die besonderen Eigenschaften des langlebigen Werkstoffs für neue Anwendungen erhalten.
Zusätzlichen Schub erhält die Kreislaufwirtschaft durch die neue europäische Altfahrzeugverordnung. Sie sieht erstmals verbindliche Mindestquoten für recycelte Kunststoffe in Neufahrzeugen vor. Für die Automobilindustrie bedeutet das: Künftig werden in größerem Umfang hochwertige Rezyklate benötigt, die auch bei anspruchsvollen Bauteilen die erforderliche technische und optische Qualität erreichen.
Geschlossene PMMA-Kreisläufe schaffen dafür eine wichtige Grundlage. Sie helfen, wertvolle Materialien in Europa zurückzugewinnen, die Abhängigkeit von Primärrohstoffen zu verringern und industrielle Wertschöpfung zu sichern. So kann eine Rückleuchte, die ein Auto über viele Jahre und unzählige Fahrten begleitet hat, am Ende zum Rohstoff für eine neue werden. Aus der Rückleuchte von heute wird die Rückleuchte von morgen und Recycling damit zu einem wichtigen Baustein für die Innovationskraft des Autostandorts Europa.
Kontakt
Christina Höhn
Communications
Röhm GmbH
Deutsche-Telekom-Allee 9
64295 Darmstadt
T +49 6151 863 7131
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Was die Altfahrzeugverordnung für die Kreislaufwirtschaft bedeutet
Drei Fragen an Lukas Dössel
„Kreislaufwirtschaft hält wertvolle Materialien im Wirtschaftskreislauf“
Herr Dössel, die neue europäische Altfahrzeugverordnung sieht verbindliche Rezyklatquoten für Kunststoffe vor. Welche Bedeutung hat das für die Kunststoffindustrie?
Die Verordnung setzt ein wichtiges Signal: Kreislaufwirtschaft wird zum festen Bestandteil der Fahrzeugentwicklung. Künftig müssen Hersteller stärker berücksichtigen, wie Materialien am Ende der Nutzungsphase zurückgewonnen und wieder eingesetzt werden können. Wir stehen hierzu bereits im engen Austausch mit unseren Automobilkunden und entwickeln auf Basis ihrer Anforderungen passgenaue Lösungen.
Welche Rolle spielt dabei das chemische Recycling von PMMA?
Die neuen Vorgaben erhöhen den Bedarf an hochwertigen Rezyklaten erheblich. Für anspruchsvolle Anwendungen wie Fahrzeugbeleuchtung reichen jedoch nicht beliebige Recyclingmaterialien aus. Durch chemisches Recycling kann PMMA wieder in sein Vorprodukt MMA zurückgeführt und anschließend in nur einem Prozessschritt zu neuem PMMA in Neuwarequalität verarbeitet werden. So entsteht die Grundlage dafür, dass aus einer alten Rückleuchte tatsächlich wieder eine neue werden kann.
Warum ist Kreislaufwirtschaft auch ein wirtschaftlicher Vorteil für Europa?
Kreislaufwirtschaft hält wertvolle Materialien im Wirtschaftskreislauf, stärkt europäische Wertschöpfungsketten und verringert die Abhängigkeit von Rohstoffimporten. Zugleich entstehen neue Technologien und Geschäftsmodelle. Gerade im Wettbewerb mit günstigeren Anbietern aus anderen Regionen kann Europa so seine Stärken bei Innovation, Qualität und Ressourceneffizienz einsetzen.